Vor mehr als 75 Jahren begannen eine Hand voll junger Männer Fußball zu spielen. Man brauchte ein Stück Wiese, zwei Pfähle zur Begrenzung des Tores, einen Ball und einen Schiedsrichter. Die Sportbekleidung bestand aus einer kurzen Hose, einem Hemd und ein Paar Straßenschuhen mit verstärkter Kappe. Vor dem Anstoß wurde ausgemacht, welche Mannschaft als Unterscheidungsmerkmal zwischen Freund und Feind die Ärmel hochzukrempeln hatte. 1927 war es dann soweit. Der SV Concordia Neermoor wurde als reiner Fußballverein gegründet und erhielt die Farben Grün-Weiß. Als Gründer wurden genannt: Hinderk Düselder (Vorsitzender), Dankwart Schulze (Schriftführer), Jans und Gerd Lay, Kasper Müller, Renke Frerichs, Hermann v.d. Pütten, Folkert Tammen und Karl Apel senior. In den ersten Jahren wurden nur Freundschaftsspiele gegen Mannschaften benachbarter Dörfer ausgetragen.

 

Nach 1933 wurde es ruhiger um den Verein. Erst 1947 wurde der Sportbetrieb unter Vorsitz von Richard Becker wieder aufgenommen. Die Fußballabteilung begann sich wieder zu formieren und spielte immer erfolgreicher mit. Der Höhepunkt war Mitte der 50-er Jahre, als Neermoor in der Bezirksliga sogar die Saison mit Platz 2 in der Tabelle abschloss. Auch heute wird noch erfolgreich in Neermoor Fußball gespielt. Auch der Jugendbereich stellt gute Mannschaften, die über die Gemeindegrenze hinaus bekannt sind.

Bereits 1948 gab es ein erstes Sportfest in Neermoor mit leichtathletischen Wettkämpfen.  Die Turnabteilung unter Leitung von Norbert Czoske war geboren. Zuerst wurde im Saal der Gaststätte der van Lengen´s geturnt, da Neermoor noch keine eigene Turnhalle besaß. Der erfolgreichste Turner in Neermoor war ohne Zweifel Hans-Joachim Czoske. Er war mehrmaliger Niedersachsenmeister und Mitglied der Nationalriege im Turnen. Dieser Abteilung traten 1958 15 Mädchen bei. So entstand aus einem reinen Männerverein ein gemischter Verein. Aus dieser Sparte entstanden dann die Abteilungen Kinderturnen, Frauengymnastik und Männerturnen. Erst im Jahre 1964 entstand die heutige Turnhalle und die Gruppen konnten endlich eine Sporthalle für ihre Übungen mit passendem Gerät benutzen.

1968 wurde dann erstmals der internationale Volkslauf unter Führung von Heinz-Helmut Stölken und seiner Ehefrau durchgeführt. Der „Internationale Ostfriesland-Volkslauf“ gehörte bald  zu den bedeutsamsten Sportereignissen weit über die Grenzen der Gemeinde Moormerland hinaus. Beim Volkslauf nahmen zu  Spitzenzeiten über 1.600 Teilnehmer aus verschiedenen Nationen (u.a. Amerikaner, Chilen, Holländer, etc.) teil. Mehr Teilnehmer als beim diesjährigen Ossi-Loop. Und auch hier stellte der Verein Spitzenathleten, u.a. Heinz Dutsch, die ganz vorne mit dabei waren. Leider musste der Volkslauf 1998 mit dem 30. Lauf eingestellt, weil sich keine Freiwilligen mehr fanden, die diese Sparte weiterführen wollten.

Die positiven Erfahrungen aus dem 1.Volkslauf veranlassten die Concorden die Laufstrecken auch auf das Eis zu verlegen. Im Winter 1968 veranstaltete Conc.Neermoor den ersten Volksschlittschuhlauf auf dem Rorichumer Tief. 70 eislaufbegeisterte Ostfriesen zogen auf den zugefrorenen Kanälen ihre Bahnen.

Seit 1970 verfügt Neermoor über die damals erste deutsche 400-Meter-Natureisbahn. Hauptverantwortlich zeigte sich hierfür u.a. Theo Smidt.

Nun konnten die Eislaufbegeisterten bei Minusgraden vor Ort trainieren; ebenso wurden zahlreiche Verantstaltungen ausgetragen, die auch auf Landesebene anklang fanden. In den Sommermonaten  musste die Kunsteisbahn in Groningen zumTraining genutzt werden. Ziel aller Aktivien war es eine eigene Kunsteisbahn nach Neermoor zu bekommen.

1999 wurde Theo Smidt zum Ehrenmitglied des Niedersächsischen Eissportverbandes ernannt.

Die Ende 1969 gegründete Tischtennis-Abteilung, mit 20 Herren und Damen begonnen,  erlebte in den Folgejahren eine stürmische Aufwärtsentwicklung. Ein Grund hierfür ist sicherlich dass die Abteilung von Beginn an kontinuierlich Wert auf ausgebildete Tischtennis-Übungsleiter gelegt hat. Auch heute wird noch im Verein aktiv Tischtennis gespielt und man stellt sowohl Herren als auch Damenmannschaften.

Bevor man 1973 unter dem Motto „Vom Nichtschwimmer zum Schwimmer“ Kurse im Hallenbad Leer gab, hatte man in den Jahren 1959/60 zunächst nur die Möglichkeit in den Neermoorer Kiesgruben Schwimmunterricht zu erteilen.1971/72 führte man den Unterricht im Kasernenbad in Leer fort. Zur Zeit finden leider keine Schwimmkurse statt. Aber eine Menge Kinder haben unter der Regie des Sportvereins das Schwimmen gelernt.

Mitte der 70-er Jahre wechselte der Verein sein Vereinslokal von der Gaststätte „Zum Anker“ zum „Jever Krug“.

Am 28.10.1979 wurde die Beleuchtung des 1. Fußballplatz in Betrieb genommen. So war es jetzt auch möglich, unter Flutlicht ein Fußballspiel fortzusetzen. Bei Freundschaftsspielen wurde damals für den Strom ein Unkostenbeitrag in Höhe von 20,- DM erhoben.

Vom 29.06.1984 bis 01.07.1984 führte der Verein das erste Mal ein Sportwochenende für die Vereinsjugend durch. Es fanden sportliche Aktivitäten und Wettkämpfe statt und eine Disco rundete das Wochenende ab. Bereits zum 50. Jubiläum veranstaltete der Verein eine Sportwoche.  Heute ist die Sportwoche des SV Concordia Neermoor ein fester Bestandteil des Vereinslebens. Wettkämpfen für alle Altergruppen wie Mitternachtsturnier, Kuhfladenroulette und Fußballturniere sind dabei sehr beliebt.

1988 gründete sich die Völkerballgruppe für Damen. Eine gute Alternative zur Damengymnastik. Hier kann Frau sich so richtig austoben. Auch die Landesmeisterschaft wurde von dieser Mannschaft bereits gewonnen.

Am 22.04.1988 wurde Karl Apel sen. für seine 60-jährige Mitgliedschaft im Verein geehrt. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern und blieb dem Verein bis zu seinem Tod am 02.07.1995 treu.

Seit dem 10.04.1990 gibt es die Radfahrgruppe, zuerst als Erweiterung zur Eislaufabteilung, später dann als selbständige Sparte. In den Sommermonaten unternimmt die Radfahrgruppe Wanderungen und Fahrten mit dem Rad im gesamten ostfriesischen Raum und darüber hinaus.

Anlässlich der Sportwoche fand am 25.08.1990 das erste Pullstockspringen auf der neu errichteten Anlage neben der Turnhalle statt. Viele Neermoorer wurden von dieser etwas ungewöhnlichen Sportart stark angesprochen. Und auch der sportliche Wettkampf führte zu sehr viel Spaß bei den Zuschauern. Leider konnte die Anlage aus Sicherheitsgründen nicht weiter ausgebaut bzw. betrieben werden.

Seit 09.11.1990 bietet der SV Concordia Neermoor seinen Mitgliedern Karateunterricht an. Die Karateabteilung ist eine der erfolgreichsten Abteilungen des SV Concordia Neermoor in der heutigen Zeit. Unter der Leitung von Monika und Harald Kretzmer räumte der Karatenachwuchs in den vergangenen Jahren zahlreiche Medaillen bei Landes- und Deutschen Meisterschaften ab. Das Angebot richtet sich mittlerweile an fast alle Altersgruppen, die bei den beiden Übungsleitern erfolgreich den Karatesport erlernen und ausüben können.

1991 wurde dann auch der 2. Fußballplatz mit einer Flutlichtanlage ausgerüstet, so dass auch auf diesem Platz unter Licht gespielt werden kann.

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Vom 11.04. bis 17.04.1992 fand dann eine Jugendfreizeit des Vereins statt. Etwa 50 Jugendliche fuhren mit Betreuern nach Bad Iburg .

Im Mai 1992 wurde die erste Gesundheitssportgruppe, die Koronargruppe, gegründet. Hier sollen unter Aufsicht von Ärzten, die Menschen, die einen Herzinfarkt hatten, durch sportliche Übungen ihr Herz stärken. Auch hier stellt der Verein modernstes Gerät zur Verfügung, damit die Sportler bestmöglichst abgesichert sind.

Am 24.05.1993 fand beim SV Concordia Neermoor die Verbandstagung des Niedersächsischen Eislaufverbandes statt. Dies unterstreicht einmal mehr, wie bekannt doch die Sparten des Vereins sind.

Am 16.03.1995 musste die Hauptversammlung des Vereins unterbrochen werden, da mehr als 100 Vereinsmitglieder erschienen waren und die Räumlichkeiten sowie die Anwesenheitsliste nicht ausreichten.

Beim Eisschnelllauf wurde Gerhard Swieter Deutscher Meister in seiner Altersgruppe.

Als am 16.05.1995 das Vereinslokal „Jever Krug“ abbrannte, wechselte das Vereinslokal  zu Mimke Buß „Zu den Linden“.

1995 tat sich eine Gruppe von Männern und Frauen zusammen, um in unserem Verein gemeinsam Volleyball zu spielen („Sonntagsgruppe“).

1996 wurde das Grundstück an der Eisbahn zum größten Teil von A. Busemann gekauft. Der Rest wurde 1997 von der Erbengemeinschaft aufgekauft.

1997 entstand die erste kurdische Fußballmannschaft. Sie spielt als dritte Herrenmannschaft  beim SV Concordia Neermoor.

1998 wurde zum ersten Mal das Osterfeuer auf der Wiese der Eisbahn zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Neermoor und dem Verein der Gewerbetreibenden durchgeführt. Jedes Jahr wieder strömen viele Familien aus der ganzen Gemeinde zu diesem Ereignis.

Im Januar 2001 wurde die Funktionsgymnastikgruppe ins Leben gerufen und im August die 2. Koronargruppe. Auch die Gesundheitssportabteilung wächst ständig und trägt so zur Steigerung der Mitgliederzahlen des Vereins bei.

Am 19. September 2005 brannte die alte Eisbahnbude komplett nieder. Durch großen Arbeitseinsatz wurde eine schöne neue und moderne Eisbahnbude erstellt, die allen Schlittschuhfahrern die Möglichkeit bietet sich aufzuwärmen und sich zu stärken mit kalten und warmen Getränken und Speisen. Wenn kein Eis ist in Neermoor, kann die vollausgestattete Eisbahnbude für Feierlichkeiten gemietet werden. Seit einigen Jahren hält der Verein auch seine Jahreshauptversammlungen hier ab.

Eine lang ersehnter Wunsch wurde wahr: Am 29. Juni 2011 wurde der Grundstein gelegt für die vereinseigene Mehrzweckhalle. Am 30. Juni 2012 wurde Richtfest gefeiert und am 28. August 2013 war die offizielle Eröffnung mit vielen geladenen Gästen aus Wirtschaft, Sport und Politik. Ein großer Traum ist verwirklicht geworden auf den alle, die geholfen und mitgewirkt haben, stolz sein können. Dieses Projekt konnte nur verwirklicht werden durch die vielen ehrenamtlichen Helfer und durch Unterstützung befreundeter Firmen aus der Gemeinde und Umgebung. Auch der KSB und LSB und die Gemeinde Moormerland haben großen Anteil daran, dass wir heute eine Mehrzweckhalle unser Eigen nennen dürfen. Ein Meilenstein in der Geschichte des Sportvereins.

Seit Ende 2012 wird im Verein Zumba angeboten. Eine Sportart, die viele Freunde gefunden, und viele neue Mitglieder gebracht hat. Dagmar Walderstein hat durch ihr Engagement großen Anteil daran.

Im Sommer 2014 gab es wieder 2 Neuheiten: 1. Kickboxen wurde als neue Sportart im Verein angeboten. Ab 10 Jahren kann diese Sportart ausgeübt werden.... und 2. Zwischen neuer Mehrzweckhalle und Schulhof ist ein neuer Beachsoccer-/ volleyballplatz entstanden. Er kann zu jeder Zeit von Vereinsmitgliedern genutzt werden und auch von vereinsfremden gemietet werden.

Abschließend  muss man sagen, der Verein lebt von Visionen seiner Mitglieder und dem Engagement und der Umsetzung seiner freiwilligen Helfer. Leider konnten hier nicht alle ehrenamtlichen Helfer genannt werden, aber bei einem Verein wie dem SV Concordia Neermoor mit seinen über 900 Mitgliedern ist dies auch nicht möglich. Man kann nur den Dank an alle Helfer und Freiwilligen aussprechen, die diesen Verein mitgetragen haben und ihn zu dem machen, was er heute ist.

 

Die Vorsitzenden seit der Gründung

 

  1. Vorsitzender 2. Vorsitzender
 1927 - 1947 Hinderk Düselder
 1947 - 1956 Richard Becker
 1956 - 1957 Helmut Helmts 1977-1984 Aiso Brümmer
 1957 - 1961 Hinder Terbeek 1984-1987    Norbert Hartwig
1961-1987 Ludwig Möhlmann 1987-1991 Harald Blechschmidt
1987-1989 Aiso Brümmer 1991-1993 Anneus Barth
1989-1993 Theodor Smidt 1993-1995 Berthold Koch
1993-1995 Anneus Barth 1995-1998 Jan Denker
1995-2001 Berthold Koch 1998-2009 Manfred Möhlmeyer
2001-2016 Ralf-Dieter Klaassen 2009-2011 Martina Westermann
2016-heute Norbert Sowa 2011-heute Jens Grafenburg

 

1927: Der Sportverein Concordia Neermoor

Vom 10. bis 19. Juni 1977 konnte der Sportverein Concordia Neermoor e.V. sein 50jähriges Bestehen feiern. Ein Grußwort sprach es damals aus, dass man stolz zurückblicken könne auf Erfolge, die sich einmal in der Breitenarbeit des Vereins, zum andern in besonderen sportlichen Leistungen zeigten. Die Anfänge des heute über 550 Mitglieder starken Sportvereins reichen zurück ins Jahr 1927, als einige Sportbegeisterte in Neermoor Fußball zu spielen begannen und schließlich einen Verein gründeten, um Begegnungen mit Mannschaften aus Nachbarorten zu organisieren. Mit dem Fahrrad fuhr man über die Dörfer bis Uphusen, Georgsheil, nach Timmel und natürlich auch in die näher gelegenen Orte Oldersum, Warsingsfehn-Polder usw. Finanzielle Unterstützungen gab es nicht; die Ausgaben für Sportkleidung trug jeder selber. Echte Fußballstiefel waren zu der Zeit Mangelware, man spielte in besonders präparierten Straßenschuhen.

Die Festschrift berichtet nur bruchstückweise über die Gründerzeit, und weitere schriftliche Unterlagen fehlen. Als Gründungsmitglieder wurden Hinderk Düselder, Jans und Gerd Lay, Kasper Müller, Renke Frerichs und Karl Appel genannt.

Von 1933 bis Kriegsende ruhte der Sportbetrieb, wurde aber bereits am 1. November 1945 wieder aufgenommen, als sich auf Initiative von Richard Bekker, Hermann Schaber und Anneus Lübben der Verein neu konstituierte. Zu den weiteren sportbegeisterten Mitgliedern „der ersten Stunde“ gehörten Erich Arndt, Tobias Watzema, Walter Hoffmann, Hans Marks, Christian de Buhr und Heinrich Becker aus Neermoor, Habbo und Conrad Stöhr sowie Hermann Kuhlmann aus Veenhusen und Harm Pauw aus Warsingsfehn.

Zur Neugründung des Vereins musste eine besondere Genehmigung der britischen Militärregierung eingeholt werden. Der damalige 1. Vorsitzende, Richard Bekker, erinnert sich: „Auf einer Fahrt zu einem der ersten Spiele in Zwischenahn blieb unser holzgasangetriebener Lkw vor einer Anhöhe im Heseler Wald stehen; erst nachdem wir Holz nachgelegt hatten, ging es weiter.“

Für die Fußballer war es selbstverständlich, auf dem Gelände neben der alten Schule selber einen halbwegs bespielbaren Platz herzurichten. Wie überall wuchs die Zahl der sporttreibenden Jugendlichen relativ rasch, weil es nur wenig andere Freizeitmöglichkeiten gab.

Laut privater Aufzeichnungen des Verfassers unternahmen Pfingsten 1947 die Herren-, die Jugend- und die Knabenelf eine Tagesfahrt nach Norderney, um gegen den dortigen verein anzutreten. Viele Vereinsanhänger waren mit von der Partie, das Tagebuch spricht von insgesamt 180 Teilnehmern, die mit drei Bussen nach Norderney fuhren.

Unvergesslich bleiben die Pokalturniere in Riepe, bei Fortuna Veenhusen, in Stiekelkamp, Ihrhove, in Jemgum usw.

Bereits 1948 gab es ein erstes Sportfest in Neermoor mit leichtathletischen Wettkämpfen. Über die Ergebnisse ist unter anderem im Tagebuch vermerkt: Im Weitsprung siegte Heinz Onken, Warsingsfehn, mit 6,23 m; zweiter wurde Bertus Huismann, Neermoor, mit 5,80 m. Radrennen: 1. Christian de Buhr, Neermoor, 2.Hero Brahms, Warsingsfehn. Fußballweitstoß: 1. Hermann Dreyer, Neermoor, mit 59 m. Ferner gab es einen 1000 m Lauf und 4x100 m-Staffeln. Die Leitung hatte Dr. Otto Houtrouw.

Mit dem Bau der Turnhalle 1964 erweiterte sich das Angebot für sportliche Betätigung beträchtlich. Neben Fußball traten Turnen, Tischtennis, Leichtathletik, Gymnastik und Schwimmen. Längst reicht die Halle für die Vielzahl der Übungsgruppen in vielen Disziplinen nicht mehr aus.

SV Concordia hat sich in den sechziger Jahren durch den Aufbau einer Turnabteilung einen besonderen Namen gemacht. Es war H. J. Czoske, der 1966/67 die grün-weißen Farben des Vereins als Niedersachsenmeister im Turnen erfolgreich vertrat.

Weit über Neermoor hinaus aber haben die seit 1968 organisierten Volksläufe Resonanz gefunden. 1970 kamen 653 Teilnehmer an den Start. Eine solch stolze Zahl zeigt, dass der richtige Weg beschritten wurde, um im Dienste der Gesundheit viele Menschen an sportliche Betätigung heranzuführen.

Die positiven Erfahrungen beim Volkslauf veranlassten die Concordianer, die Laufstrecken aufs Eis zu verlegen. Erstmals veranstaltete die Eissportabteilung des SV Concordia im Winter 1968 auf dem Rorichumer Tief einen Volksschlittschuhlauf, zu dem sich gleich 71 Teilnehmer einfanden. Damit knüpfte man an frühere Eiswettläufe an, die in den dreißiger Jahren auf den Fehnkanälen oder dem Fehntjer Tief durchgeführt wurden. Damals konnten die Neermoorer neben den Simonswoldern und guten Läufern von den Fehnen ordentlich mithalten. Zu der Zeit stand das Eislaufen als einziges Wintervergnügen allgemein hoch im Kurs. Man lief früher ausschließlich auf Breinermoormer Schöfels. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die maschinell hergestellten Schlittschuhe in Mode, „de Skrubendampers“.

Um auch bei geringem Frost eine Eisbahn für jung und alt zur Verfügung zu haben, wurde seitens des Vereins Anfang der siebziger Jahre beschlossen, jeweils bei Frostbeginn eine Wiese zu überfluten. So entwickelte sich an der B 70 schnell eine vorbildliche Eisbahn, und seitdem tummeln sich dort im Winter Hunderte von Freizeitläufern sowie Profis auf dem Eis. Inzwischen ist die Bahn mit einer Flutlichtanlage ausgestattet und daher sogar geeignet für Eislaufmeisterschaften auf Bezirksebene. Neermoor wurde so zum Eislaufzentrum Ostfrieslands. Es ist bemerkenswert, dass Neermoorer Eisläufer 1975/76 sogar bei den Deutschen Meisterschaften in Inzell beachtliche Erfolge erzielen konnten.

Der SV Concordia Neermoor kann es sich als Verdienst anrechnen, den Eissport in Ostfriesland wieder populär gemacht zu haben.

(Quelle: Neermoor im Moormerland, von Gerhard Canzler / Verlag Soltau-Kurier-Norden)